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TQM-Planspiel
 
 
  Ausgangsituation  
 
 

Ein wirksames Qualitätsmanagement wird mittlerweile als unverzichtbarer Bestandteil eines erfolg­­reichen, wettbewerbsfähigen Unternehmens angesehen. Die Aufgaben eines derartigen QM-Systems müssen dabei über die der "historischen" Qualitäts­­kontrolle weit hinausgehen. "Qualität als Erfolgsfaktor" wird für die Zukunft als strate­gisches Marketingkonzept an Bedeutung zunehmen. Dabei wird im wesentlichen über die Einführung von QM-Systemen und deren Zertifizierung hinaus auf die Umsetzung  von Konzepten des TQM abgezielt.

TQM oder "Umfassendes Qualitätsmanagement" als Managementmethode definiert, die

  1. die Mitwirkung aller fordert,
  2. Qualität als zentrales Unternehmensziel darstellt,
  3. Kundenzufriedenheit anstrebt und so
  4. langfristigen Geschäftserfolg erzielt, zum Nutzen der Mitarbeiter, Gesellschafter und der Gesellschaft.

Ziel der Unternehmen ist demnach der Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen mit den Maximen "zuverlässige Qualität, flexible Fertigung, pünktliche Lieferung und vertretbarer Preis", wobei betont wird, dass die gleichzeitige Erfüllung aller Kriterien eine unabdingbare Forderung ist. Diese Ziele müssen mess- und bewertbar und darüber hinaus auch plan- und optimierbar gemacht werden. Aber auch Zertifizierungen rücken in letzter Zeit (wieder) verstärkt in den Vordergrund. Gerade die Automobilindustrie verlangt von ihren Zulieferern umfassende QM-Systeme und fordern daher eine Zertifizierung, welche über die Forderungen der ISO 9001 hinausgehen. Mit der Veröffentlichung der QS-9000 durch die amerikanischen Automobilhersteller bzw. des VDA Bandes Heft 6 Teil 1, liegen die Forderungen der Automobilindustrie bezogen auf die QM-Systeme von Automobilzulieferern als konkrete Forderungen vor. Eine Harmonisierung der Forderungen aus QS-9000 und VDA 6.1 liegt mit der Veröffentlichung der ISO/TS 16949 vor. Fast alle namhaften Automobilhersteller erkennen ein Zertifikat nach ISO/TS 16949 als Alternative zu QS-9000 oder VDA 6.1 an.

Die erweiterten Forderungen dieser Schriften basieren größtenteils auf Kriterien aus den bekannten TQM-Modellen (z.B. MBNQA, EQA, LEP). Der Schwerpunkt liegt auf einer ständigen Verbesserung der Produkt- und Prozessqualität der Unternehmen. Somit werden TQM-Forderungen Gegenstand der Zertifizierung.

Eine Studie zum Stand der Umsetzung von TQM in deutschen Unternehmen hat u.a. ergeben, daß über die Hälfte der befragten Unternehmen bzw. deren Geschäftführer sich mit der Thematik TQM auseinandersetzen. Allerdings lassen die getroffenen Aussagen vielfach den Rückschluss zu, dass die konkrete Realisierung und Implementierung von TQM bislang erst in wenigen Fällen erfolgte.

Der Grad der Beschäftigung mit der TQM-Thematik ist zudem stark mit der jeweiligen Unternehmensgröße verknüpft. TQM ist bislang die Domäne großer Unternehmen. Während fast allen großen Unternehmen (97%) die Inhalte eines TQM bekannt sind, trennen kleine Unternehmen oftmals nicht zwischen umfassenden Management­konzepten wie TQM und einer Zertifizierung nach ISO 9001. Neben diesen Verständnisschwierigkeiten bestehen zudem Differenzen zwischen dem Bewusstsein, TQM-Aspekten wie Kunden-, Mitarbeiter- und Prozessorientierung in Zukunft höheren Stellenwert beimessen zu müssen und dem Wissen, welche konkreten Maßnahmen zu treffen und wie diese umzusetzen sind.

Die Forderung nach einem Weg, die erforderliche Wissensvermittlung für kleine und mittlere Unternehmen mit der anzustrebenden Bewußtseinsbildung bzw. -erweiterung oder -änderung im Hinblick auf eine Sensibilisierung für die erweiterten Anforderungen aus QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949 zu koppeln, führt zum Instrument des Management-Planspiels. Obwohl sich Planspiele zur Darstellung sowie zum Erfahren komplexer Wirkungs­zusammen­hänge (ins­be­sondere bei der unternehmens­durchdringenden Qualitäts­politik) besonders eignen, haben Plan­spiele als Lehr- und Erkenntnisinstrumente im Bereich des Qualitätsmanagements bislang jedoch nur wenig Anwendung gefunden.

 
 
 
 
 
  Ziele des Projekts  
 
 

Basierend auf den bei der Entwicklung des Planspiels "Q-Key" (vom Lehrstuhl für Qualitätswesen der technischen Universität Dortmund und dem Institut für Unternehmenskybernetik (Mülheim) entwickeltes Planspiel zur Unterstützung der Einführung von QM-Systemen nach ISO 9000ff.) gewonnenen Erkenntnissen und den Erfahrungen bei den unterschiedlichen Anwendungen in der Praxis läßt sich die Zielsetzung des hier zu entwickelnden Planspiels auf zwei Ebenen darstellen:

Zum einen wird mit Hilfe des weiterentwickelten Planspiels eine Qualifizierung der Mitarbeiter angestrebt. Dazu werden den Teilnehmern die Kerngedanken der Richtlinien QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949 einerseits und hierauf basierend eines Total Quality Managements andererseits vermittelt. Den Mitarbeitern wird durch die Spielgestaltung die Bedeutung präventiven Verhaltens und des Strebens nach kontinuierlicher Verbesserung nahegebracht. Darüber hinaus wird die Bedeutung des Kunden für den Unternehmens­erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit dargelegt. Ein zusätzlicher Aspekt des Planspiels auf der qualifizierenden Ebene ist die Mitteilung an die Teilnehmer, daß zwei Elemente - Mitarbeiterorientierung und die u. a. daraus resultierende Mitarbeiterzufriedenheit - direkt auf ihre Interessen zugeschnitten sind.

Die so gesteigerte Mitarbeiterkompetenz und die den Mitarbeitern eröffnete Möglichkeit, die Einführung von TQM aktiv mitzugestalten, sollen somit über die reine Wissensvermittlung hinaus auf der zweiten Zielebene die Identifizierung der Mitarbeiter mit den Zielen von TQM unterstützen. Die Mitarbeiter sollen durch die im Planspiel erlebten Spielsituationen sowie die daraus abgeleiteten und zum Erfolg führenden Maßnahmen für die Einführung des TQM-Gedankens im Unternehmen sensibilisiert werden. Ängste vor erwarteten Veränderungen mit unbekannten Konsequenzen werden durch die erworbenen Kenntnisse der Inhalte eines Total Quality Managements abgebaut.

 

 
 
 
 
 
  Lösungsansatz / Lösungsweg  
 
 

Planspiele sind als ergänzende Maßnahmen zur Vermittlung von Aspekten zum Thema Qualität­smanagement für Mitarbeiter zu sehen, die direkt das Thema Qualitätsmanagement als Arbeitsinhalt haben. Hier ist sicherlich eine "Grundausbildung QM" in Form von Lehrgängen und Seminaren erforderlich. Planspiele können hier helfen, das Verständins zu vertiefen.

Um jedoch bei allen (nicht QM-) Mitarbeitern Hemnisse gegenüber TQM abzubauen, sind Planspiele sicherlich bei der Auswahl von Lehr- bzw. Lernmethoden vorrangig zu berücksichtigen. Hier sind Schulungen, wie sie bislang bei der Einführung von TQM-Programmen in Unternehmen durchgeführt wurden, sicherlich gegenüber Planspielen weniger gut geeignet.

Zur Entwicklung des Planspiels ist der folgende Lösungsweg vorgesehen: Aufbauend auf den Ergebnissen einer ergänzenden Ist-Analyse, die im wesentlichen

  • zum einen die Erfassung typischer, qualitätsrelevanter Problemsituationen bei dem Aufbau von QM-Systemen nach QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949 bzw. der Umsetzung eines umfassenden Qualitätsmanagements und
  • zum anderen die Analyse und Strukturierung der globalen TQM-Ziele aus der VDI 5500, dem EFQM Excellence Modell sowie der Forderungen der QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949

umfasst, werden konkrete, für die Zielgruppe der operativen Ebene verständliche Qualitätsziele erarbeitet, die als Spielziele in Verbindung mit den zu definierenden Spielelementen das Pflichten­­heft ergeben. Auf der Grundlage des Pflichtenhefts wird das Planspiel weiter­entwickelt. Die Entwicklung vollzieht sich in den Schritten Entwurfs­phase, Konstruktions­phase, Testphase und Transferphase. Anschließend erfolgt die Dokumentation zum Spiel, d.h. die Erstellung der Spielunterlagen und der Handlungsanleitungen für Unternehmen.

Grundsätzlich soll vorrangig eine Lösung für die Richtlinien QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949 entwickelt werden und erst im zweiten Jahr der Projektlaufzeit soll eine Weiterentwicklung in Richtung aller TQM-Forderungen erfolgen.

Um das Planspiel an konkreten betrieblichen Situationen und Problemstellungen entwickeln zu können, ist eine Zusammen­arbeit mit mehreren, möglichst nach ISO 9001 zertifizierten Pilot­unternehmen, hier des produzieren­den Gewerbes, angestrebt. Diese Pilotunternehmen sollen vor der Zertifizierung nach QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949 oder der Einführung eines Total Quality Managements stehen, um das Spiel als Maßnahme des Einführungs­prozes­ses in seiner Wirksamkeit bewerten zu können.

 
 
 
 
 
  Nutzen für das Unternehmen  
 
 

Das zu entwickelnde Planspiel unterstützt kleine und mittlere Unternehmen einerseits bei einer Zertifizierung nach QS-9000, VDA 6.1 und ISO/TS 16949 und andererseits bei der Einführung und Umsetzung eines TQM durch eine aktive Förderung von Qualitäts­bewusstsein und -motivation der Mitarbeiter. Durch die Vermittlung der Inhalte und Ziele eines Total Quality Managements bereits im Vorfeld des Einführungs­prozesses wird vermieden, daß die TQM-Aspekte als "zusätzlich zu erfüllende QM-Elemente" und somit als "lästige Zusatzforderungen" interpretiert werden. Der Einführungsprozess wird durch die aktive Auseinandersetzung der Mitarbeiter mit qualitäts­relevanten, simulierten Problemsituationen gefördert bzw. beschleunigt.

Aufgrund der Erfahrungen bei der Durchführung des bestehenden Planspiels wird der Ergebnistransfer in zwei Versionen vorgenommen, die auf den Erfahrungen mit Q-Key basieren. Sofern das Unternehmen das Spiel selbst einsetzen will, wird ein unter­nehmens­eigener Mitarbeiter zum Moderator des Planspiels beim Antragsteller geschult werden und dann das Planspiel von ihm geleitet. Diese Möglichkeit wird bei Q-Key vorrangig von mittleren Unternehmens genutzt. Andererseits können ausgebildete Moderatoren, die Mitarbeiter des RIF e.V. sind, das Planspiel in den einzelnen Unternehmen durchführen. Diese Variante ist insbesondere bei kleinen Unternehmen sinnvoll.

Die direkte Einbindung von Industriepartnern als Pilotunternehmen fördert die Teilnahme kleiner und mittlerer Unternehmen an innovativer Forschung, die so auf dem Gebiet des Total Quality Managements nicht allein den Großunternehmen vorbehalten bleibt.

 
 
 
 
 
  Projektplan / Roadmap  
 
   
 
 
 
 
 contact@rif.fuedo.de